Wer mit unserem Pilz- und Pflanzenfachmann Udo in den unendlichen Wäldern Schwedens unterwegs ist, lernt den Wald mit ganz anderen Augen zu sehen. Auf einer unserer letzten Schweden-Touren hat Udo wieder einmal bewiesen, dass man nicht nur am Boden nach Pilzen suchen muss: An einer alten Moorbirke entdeckte er eine tiefschwarze, kohleartige Wucherung.
Sein fachmännischer Blick verriet sofort: Das ist kein Baumkrebs, sondern der legendäre Chaga-Pilz (Inonotus obliquus), im Deutschen auch als Schiefer Schillerporling bekannt!
Udo hat den Fund natürlich direkt geerntet, schonend verarbeitet und am Lagerfeuer frisch aufgebrüht. Aber was macht diesen unscheinbaren Baum-Pilz eigentlich so besonders?
Der Chaga-Pilz ist ein parasitärer Baumpilz, der vor allem in kalten, nördlichen Regionen wie Skandinavien, Sibirien, Kanada und Teilen des Baltikums vorkommt. In Deutschland ist er eher selten anzutreffen.
Wichtig für die Ernte: Ein echter Vitalpilz ist der Chaga nur, wenn er an lebenden Birken wächst! An abgestorbenen Bäumen verliert er seine Wirkstoffe und sollte nicht mehr geerntet werden.
Chaga Pilz in der Wildnis von Schweden
In der nordischen und sibirischen Volksmedizin wird der Chaga seit Jahrhunderten als „König der Heilpilze“ geschätzt. Udo schätzt ihn vor allem wegen seiner stärkenden Wirkung auf langen Wildnis-Trips.
Dem Schiefen Schillerporling werden zahlreiche positive Eigenschaften nachgesagt:
Wie schmeckt Chaga-Tee?
Keine Sorge, er schmeckt keineswegs nach muffigem Speisepilz! Aufgebrüht erinnert der Aufguss geschmacklich an eine feine, leicht erdige Mischung aus mildem Schwarztee und Vanille/Kaffee. Am Lagerfeuer mit etwas Wildhonig verfeinert – einfach geniaal!
Frisch geerntete Chaga Knolle (gereinigt)
Echtes Pilzwissen ist draußen Pflicht! Auch beim Chaga gibt es ein paar “Doppelgänger”, die man kennen sollte:
Udos Tipp: Wenn du dir im Wald nicht zu 100 % sicher bist, gilt die goldene Regel: Stehen lassen! Ernte nur, was du zweifelsfrei bestimmen kannst.
Chaga Tee kochen am Feuer
Wer das Glück hat, Chaga zu finden, schneidet die schwarze Kruste vorsichtig mit einem stabilen Messer ab und zerkleinert das rotbraune Innere in kleine Stücke oder mahlt es zu Pulver.
Die Zubereitung am Lagerfeuer:
Das Beste daran: Die Brocken können getrocknet und bis zu 4–5 Mal wiederverwendet werden!
Erlebe die Apotheke der Natur mit uns!
Möchtest du lernen, wie man Heilpilze und essbare Wildpflanzen sicher erkennt, verarbeitet und für die Outdoor-Küche nutzt?
Dann begleite Udo auf einer unserer kommenden Pilzwanderungen in der Eifel oder sei dabei, wenn wir in Schweden die Schätze des Nordens entdecken. Udo zeigt dir vor Ort, worauf es ankommt!