Vergessenes Wildobst: Udo auf den Spuren der echten Schlehenpflaume

Wer an dor­ni­gen Sträu­chern nach Früch­ten sucht, denkt meist sofort an die klas­si­sche Schle­he. Doch wer mit geschul­tem Blick durch alte Kul­tur­land­schaf­ten oder lich­te Wald­rän­der streift, kann mit etwas Glück auf eine ech­te bota­ni­sche Rari­tät sto­ßen: die Schle­hen­pflau­me, bei uns bes­ser bekannt als Zib­ar­te.

Sie gilt als eine der ältes­ten Urfor­men unse­rer heu­ti­gen Kul­tur­pflau­me – und genau so ein wil­des Relikt hat sich unser Gui­de Udo neu­lich vor­ge­knöpft, geern­tet und natür­lich direkt ver­kos­tet.

 

1. Udos Geschmackstest: Wild, würzig und ehrlich

Im Gegen­satz zur über­züch­te­ten Super­markt-Pflau­me ist die Zib­ar­te klein, rund und fest – je nach Typ gelb­lich-grün oder blau bereift. Und wie schmeckt das Urge­stein?

„Ein ech­ter Geschmacks-Knall!“, grinst Udo. „Bit­ter. Aber auch süß, inten­siv fruch­tig, mit einer fei­nen Gerb­säu­re und einer wür­zi­gen Man­del-Note im Abgang. Man schmeckt sofort, dass hier noch die Urkraft der Natur drin­steckt.“

Weil das Frucht­fleisch fest am Stein sitzt, erfor­dert die Ver­ar­bei­tung ein biss­chen Geduld – belohnt wird man aber mit einem Aro­ma, das moder­nen Pflau­men mei­len­weit über­le­gen ist. Udos kuli­na­ri­sche Plä­ne für die Aus­beu­te:

Die Schle­hen­pflau­me, bei uns bes­ser bekannt al Zib­ar­te mit Udo

2. Aus Udos Wildnis-Küche: Was man aus der Zibarte zaubern kann

  • Pikant zu Wild & Lager­feu­er-Küche:

Durch ihre ange­neh­me Säu­re ist die Schle­hen­pflau­me der per­fek­te Part­ner für def­ti­ges Fleisch. Ein­ge­kocht als wür­zi­ges Zib­ar­ten-Chut­ney mit Zwie­beln, fri­schem Ing­wer, Senf­saat und etwas Chi­li passt sie geni­al zu Wild­schwein­bra­ten oder über der Glut gerös­te­tem Fleisch.

  • Der Klas­si­ker: Ein­ko­chen für den Win­ter­vor­rat:

Zib­ar­ten haben einen hohen Pek­tin­ge­halt und gelie­ren fan­tas­tisch. Udos Favo­rit: Sam­ti­ge Zib­ar­ten-Kon­fi­tü­re, ver­fei­nert mit einem Hauch Zimt und Stern­anis. Auch als säu­er­lich-süßes Kom­pott zu Zie­gen­kä­se oder fri­schem Brot aus dem Dutch Oven eine abso­lu­te Wucht.

  • Gedörrt als eiser­ne Rati­on:

Ganz nach alter Bush­craft- und Vor­fah­ren-Tra­di­ti­on: Hal­biert auf dem Dörr­git­ter über der Rest­glut getrock­net, wird die Schle­hen­pflau­me zu aro­ma­ti­schem Dörr­obst – ide­al als ener­gie­rei­cher Snack auf lan­gen Trek­king­tou­ren.

  • Der Geist der Zib­ar­te:

Im Schwarz­wald wird dar­aus der legen­dä­re Zibärt­le-Edel­brand gebrannt. Udo setzt fürs Camp eine hand­voll voll­rei­fe Früch­te mit Kan­dis, Nel­ken und gutem Korn an – der per­fek­te wär­men­de Schluck am Lager­feu­er, wenn im Novem­ber die Käl­te in die Schlaf­sä­cke kriecht.

„Bild: Insta­gram — Wildnisreisen.net (Klick öff­net exter­nen Link zu Insta­gram)

Altes Wis­sen neu ent­de­cken und schme­cken, wie Natur frü­her geschmeckt hat: Genau dafür lie­ben wir das Drau­ßen­sein.

Kennt ihr die Zib­ar­te noch aus alten Bau­ern­gär­ten oder seid ihr ihr schon mal in frei­er Natur begeg­net? Was lan­det bei euch aus dem Spät­som­mer­wald im Koch­topf?

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Ste­fan Schwa­be