Es gibt eine besondere Art von Stille, die nur der Hochwinter kennt. Es ist eine Stille, die nicht leer ist, sondern schwer vor Kälte und Erwartung. Am 24. Januar war es endlich so weit: Der offizielle Saisonauftakt für unsere Truppe stand an. Während die meisten Menschen den Januar als den „toten Monat“ bezeichnen, in dem man sich am besten zu Hause verkriecht, zieht es uns gerade dann hinaus.
Es ist die Zeit der Wahrheit. Im Sommer kann jeder draußen schlafen; im Januar braucht es Charakter, Erfahrung und die richtige Ausrüstung. Normalerweise sind wir eine Truppe von Individualisten. Doch diesmal war alles anders. Wir wollten gemeinsam starten. Das Wetter war auf unserer Seite – „Bombe“, wie Ratz es nannte. Ein stahlblauer Himmel, trockene Luft und eine Kälte, die so schneidend war, dass sie jede Müdigkeit sofort aus den Knochen vertrieb.
Ein Tarp bauen bei Frost ist eine Übung in Geduld und Feinmotorik. Die Finger werden steif, die Schnüre widerspenstig. Doch wir arbeiteten Hand in Hand. Wir nutzten die natürlichen Gegebenheiten der Felskante und die umliegenden Bäume, um eine Barriere gegen den eisigen Ostwind zu schaffen. Es ist dieses Gefühl von Selbstwirksamkeit, das uns immer wieder antreibt: Mit nichts als einer Plane und ein paar Knoten erschaffst du dir in einer feindlichen Umgebung ein sicheres Zuhaus.
Piet saß dort, stundenlang, fokussiert auf diesen einen Punkt. Solche Momente definieren unsere Wochenenden: Die Rückbesinnung auf ein Tempo, das die moderne Welt längst vergessen hat.
Draußen zu Hause: Ob wir nun Löffel brennen, Wild zerlegen oder einfach nur die Aussicht genießen – egal wie kalt es wird, das Feuer in uns brennt heißer als jeder Frost.